Verfasst von: DAIQR | 28. Januar 2019

Klug schreiben – 2 Was sind / waren eigentlich Agrarflieger?

Agrarflug – bestehend aus den Wörtern Agrar und Flug. Also für den Laien erst mal was mit Landwirtschaft und Fliegerei. Und genau das ist das auch. Wir kommen der Sache immer näher!

Viele ältere aus der ehemaligen DDR kennen noch die gelben Flieger am Himmel. Was hatte es damit auf sich? Zum näheren Verständnis erst mal ein Bild solch einer Agrarmaschine.

Z-37

Bei der hier abgebildeten Maschine handelt es sich um ein tschechisches Modell, die Z-37 Cmelac. Wo macht der Einsatz solcher Maschinen Sinn?

Der Hauptgrund: Die schnelle Bearbeitung großer Flächen bzw. der Einsatz von Bodengeräten schlecht oder nicht möglich ist. Und effektiv waren die Flugzeuge in der DDR. Ohne die Luftdüngung hätten die planmäßigen Ackerfächenbearbeitungen überhaupt nicht rechtzeitig abgeschlossen werden können.

In der ehemaligen DDR gab es für alles was den zivilen Sektor der Fliegerei betraf, die INTERFLUG. Dort gab es neben dem Verkehrsflug weitere fliegerische Bereiche wie den Agrarflug.

Der Sektor Agrarflug stimmte sich eng mit den planwirtschaftlich geführten Landwirtschaften ab. Es gab Stützpunkte in der gesamten DDR und mehrere Reparaturwerften.

PZL 106

Bei den Flugzeugen bediente man sich der tschechischen Z-37, der polnischen PZL-106 und des russischen Hubschraubers Kamow K-26.

Bei den anfallenden Düngerarbeiten wurde der Agrarflugbereich von der russischen Aeroflot mit AN-2 Doppeldeckern inkl. Besatzungen unterstützt.

Außerhalb der Düngersaison wurden viele Maschinen zu Feuerlöschflugzeugen umgerüstet. Auch ständige Kontrollflüge fanden statt.

Nach dem Ende der DDR wurde ein großer Teil der Agrarflugzeuge im Verkauf abgewickelt. Viele vollständig intakten Maschinen wurden auf den amerikanischen Kontinent verkauft und vergammeln seither. Hier nur mal eine kleine AUswahl was da so rum steht. Ist schon schlimm. Flicker Bilder Agrarflugflotte

Wer aber denkt das die Agrarfliegerei eine Erfindung der DDR war, liegt falsch. Den Agrarflug gab und gibt es immer noch in der ganzen Welt. Sei es in Brasilien, den USA bis Finnland. Alle haben große Flächen und müssen diese bearbeiten.

Bei uns in Deutschland gibt es einige Maschinen die überlebt haben. Diese sind in privater Hand und erfüllen immer noch die gestellten Aufgaben. Z.B. für die Waldkalkung gibt es nichts besseres als die Kalkung aus der Luft.

Heutzutage setzt man Hubschrauber mit angehängten Streubehältern für solche Aufgaben ein. Dabei hatte man doch die professionellen Maschinen bereits im Bestand.

Zu dieser Sache erarbeite ich gerade eine Gesamtübersicht / Zusammenstellung des Betriebsbereichs Agrarflug. Gern informiere ich Euch dann.

Heute sieht es so aus dass mit den privatgeführten Maschinen an Flugtagen teilgenommen wird.

Bilder dazu findet Ihr u.a. hier:  Agrarflug


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